Montag, 22. Dezember 2014

syosset. 02112014

heute war ich wieder da. wir sind ausgestiegen und du sagtest: hier weißt du, wohin es geht.
wir sind über die zugbrücke und da war er schon. der ort. wo ich gelebt habe. wo ich auf den zug gewartet habe. wo ich meinen weißen subaru abgestellt habe. und mein lieblingsbagel laden. natürlich eine schlange und die menschen chillig stehend mit der zeitung. in der hand. freundliche und wartende menschen. ich muss nicht auf die speisekarte schauen. denn ich weiß was ich will. wie immer. sunflower flatbagel with eggs white! what else?
ich setze mich hin - dir gegenüber. in meinen gedanken versunken. ich geniesse den bagel. und doch bin ich nicht in der gegenwart, sondern in der vergangenheit. hier lebte ich vor 6 jahren. das jahr, das so einen riesen einfluss auf mein leben hatte. ich sitze still und nippe an meinem heißen schwarzen tee. die bekannten und unbekannten menschen. die hierhin gehören. doch ich nicht mehr.  diesmal bin ich nur zu besuch. ich bin gekommen um nicht zu bleiben. ich komme nicht wieder - bald. ich werde meine koffer nicht auspacken. nein. wir gehen raus. ein windstoss und die blätter, die rumgewirbelt werden. in die höhe. die blätter - bunt. wie perfekt - diese stimmung. keiner auf der straße, nur autos. wir laufen. in die richtung, wo ich einmal lebte. alles ruhig. ein ort, wo alles scheint gut zu sein. die wände, die die menschen sicher fühlen lassen. so hoffe ich. doch bin ich draußen. es ist perfekt zu laufen. der kalte wind, der spielt mit meinen haaren. die blätter und die bäume sagen mir: hey, die zeit vergeht. in meiner hand ist die gegenwart, die jetzt immer bei mir ist. wir sehen menschen, die ich eines tages kannte. wir sagen hallo und lächeln uns entgegen. fragen, antwort. fragen, antwort. erinnerungen. doch ich sage diesmal nicht: see you next week. ich sage: bye.
wir gehen weiter und nun sind wir endlich da. die tür geht auf bevor wir klingeln. helloooo. und schon bin ich wieder da.
in den sicheren wänden, wo ich ein jahr verbrachte. alles wie immer. fast. meine mädchen sind nur so viel größer, älter, so viel reifer und doch in meinen augen einfach nur kinder. die hunde. um mich, auf mir und neben mir. die ganze zeit und unterbrochen. das chaotische durcheinander. 
wir trinken wein. wir essen gut. wir laufen draußen. mit den hunden an der leine. wir lieben den moment. doch schon sagen wir leider wieder: bye. statt, see you.

wir steigen in den zug und mit jeder meile entfernen wir uns von diesem ort. doch meine gedanken bleiben. sie werden immer bleiben und eines tages- da bin ich sicher- sitze ich wieder, still und leise und nippe an meinem tee und esse sunflower bagel.

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